
Und nochmal flickr.
die ampeln schalteten auf grün und wir konnten unseren trip mit "zarten" zitronenduft endlich fortsetzen.
angekommen im dunklen winkel, gropiusstadt. kam es uns eher seltsam vor das 95% der menschen hier über 60 sein müssten und es eher schön und friedlich war. wenig graffiti, wenig gangster, wenig alles außer spielplätze, von denen gab es hier genug doch aufgrund der geringen kinderanzahl in der city of darkness spielte dort keiner. einige plattenbauten streckten sich dem himmel empor aber das wars dann schon. die dunkle seite ist ausgestorben zumindest in gropiusstadt.Telefonat, Termin, „Schattenbesuch“, so die inoffizielle Bezeichnung des Chefs in Sp(r)ee.
Aber nun ist es doch eigentlich Gegenstand dieser Represäntationsfläche hier zu berichten was man nun eigentlich erlebt hat. In diesem Sinne:
Zunächst:
Die Bahnhofsmission ist weniger eine soziale Einrichtung für Obdachlose als in erster Linie eine Einrichtung, die in allen Belangen die den Bahnverkehr betreffen hilfsbereit eingreift.
Von a, wie alleinreisendes Kind bis z wie zugesoffener Penner. Soviel dazu.
Als wir jedoch in der Jebensstr. Bahnhof Zoo ankamen standen hier erst mal zahlreiche Obdachlose in der Schlange vor dem Haus. Wir mittendrin. Nach einiger Zeit wurden wir in die hinteren Räume des Hauses zitiert und spätestens als uns die auf zarte 70 geschätzte Essensausgabe liebevoll an der anstehenden Schlange vorbei in die vorgesehenen Räume rief traten unsere enormen Berührungsängste in den Hintergrund. Wir bekamen das organiesierte Interview mit einem langjährigen Angestellten, der uns mal „Spass bei Seite“, alles über seinen Job erzählte – und das ohne auch nur einmal Luft geholt zu haben.
Doch viel besser noch als das war die Andacht, die in Anschluss daran statt fand – durch die Neugierde gepackt wurden sogar wir auf einmal wieder hochheilig und wohnten der Andacht unter einigen Obdachlosen bei. Der Einblick in diese Runde – unbezahlbar.
Dank der Predigt wissen wir nun nicht nur wie man richtig „Fegt“ sondern kennen wir nun auch Tom den wohl klügsten und coolsten Penner den ich jemals kennen lernen durfte.
Tom hatte nicht nur das Bedürfnis sich uns gegenüber intelektuell zu erleichtern, sondern auch einen enormen Erfahrungsschatz der von Duschen im Duschkontainer über Nadelpartys bis zu jedem Pornokino (und dessen individueller Vorzüge) der Stadt reicht.
Ich denke wir werden ihn demnächst noch einmal besuchen – mit der Kamera und dann vielleicht mal eine guided tour durch sein berlin machen oder so.
Ich denke über die Säufertour muss man nicht viel schreiben…Bier hier und da, eine kleine Liebeschlägerei zwischen Frau und Straßenmaler...Aber sonst - ein wunderschöner sommerlauwarmer Abend in Berlin | Mitte.